Bleiverglasung: künstlerische Darstellung auf Fenstern

Bleiverglasung zeigt häufig sakrale Motive

Bleiverglasung zeigt häufig sakrale Motive © raflowers by stock.xchng

Die Bleiverglasung wird meist zur künstlerischen Darstellung genutzt. Besonders häufig findet man sie in Kirchen, wo auf den Fenstern sakrale Motive dargestellt werden. Dabei werden einzelne Flachglas-Stücke durch Bleiruten verbunden. Die Schnittpunkte der Ruten werden verlötet, um die Stabilität der Bleiverglasung zu gewährleisten. Zusätzlich können die Bleiglasfenster mit Glasmalereien verziert werden.
Die Bleiverglasung entstand im Mittelalter. Da es damals noch nicht möglich war, größere Glasscheiben herzustellen, ohne sie zu zerbrechen, wurde aus kleineren Scheiben eine große Scheibe zusammengefügt. Mit der Zeit entwickelte sich die Bleiverglasung jedoch von der Notlösung zur Kunstform.

Material der Bleiverglasung

Um Fenster mit einer Bleiverglasung zu versehen, muss bestimmtes Material benutzt werden. Das Glas, das speziell für diese Art der Verglasung zum Einsatz kommt, zeichnet sich durch seine besonders lebendige Oberfläche aus. Deshalb werden häufig mundgeblasene Gläser wie zum Beispiel Echtantikglas verwendet, aber auch Ornamentglas oder Floatglas können für die Herstellung von Bleiverglasung verwendet werden.
Blei eignet sich besonders deshalb dazu, Glasstücke miteinander zu verbinden, weil es gut formbar ist. Als tragendes Element ist es jedoch wenig belastbar. Aus diesem Grund werden die Bleifelder häufig noch mit Stahleinlagen verstärkt. Anschließend werden die Bleiruten mit Lötzinn, das aus 60 Prozent Zinn und 40 Prozent Blei besteht, verbunden. Lötzinn ist für die Verbindung deshalb besonders brauchbar, weil es einen niedrigeren Schmelzpunkt als Blei hat. So können die einzelnen Glasteile der Bleiverglasung verlötet werden, ohne dass die Bleiruten dabei schmelzen.

Bleiverglasung: auch heute noch eine Kunstform in Kirchen

Auch heute wird die Bleiverglasung in Kirchen oder öffentlichen Gebäuden verwendet. Gerade bei der Reinigung dieser kunstvollen Fenster ist es jedoch wichtig, dass man mit Vorsicht vorgeht, da die empfindliche Oberfläche leicht zerstört werden kann.
Bei witterungsbedingten Schäden ist es möglich, Sprünge mit sogenanntem Sprungblei zu kleben und fehlende Glasstücke möglichst originalgetreu wieder herzustellen.

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