Emaille: Glaslack mit langer Lebensdauer

Emaille (auch das Email), dessen Name aus dem Französischen kommt, besteht aus Silikaten und Glas bildenden Oxiden. Für die Herstellung in der Glasindustrie werden die genannten Stoffe unter Beimischung von Wasser, Ton und Quarzmehl fein gemahlen. Es entsteht der sogenannte Emailschlicker, der einige Tage ruhen muss, bevor er weiter verarbeitet werden kann. Die Gegenstände, die mit einer Schutzschicht aus Emaille versehen werden sollen, werden ausgeglüht, in Säure geätzt und in Lauge neutralisiert. Im Anschluss wird der Emailschlicker durch Eintauchen oder Bespritzen aufgebracht. Bei Temperaturen von 850 bis 900 Grad Celsius wird die Schicht anschließend eingebrannt. Die aufgetragene Schicht schmilzt und wird zu einem Glasüberzug. Das Trägermaterial besteht dabei in der Regel aus Metall oder Glas.

Emaille – vielseitiger Überzug für Industrie und Haushalt

Auch wenn Emaille hauptsächlich in der Industrie genutzt wird, ist es den meisten aus „Omas Küche“ bekannt. Da es in der Vergangenheit keine korrosionsbeständige Werkstoffe gab, wurde die glasharte Schutzschicht auf Töpfe, Pfannen und andere Haushaltsgegenstände aufgetragen. Nachdem Edelstahl und Kunststoff jedoch größere Bedeutung in diesem Bereich erlangten, verschwand Emaille fast vollständig aus dem Haushalt.

Dekorative Schmuckkreationen aus Emaille

Emaille wird aber nicht nur als Schutzschicht verwendet. Vielmehr ist es auch außerordentlich dekorativ. Um bunte Ornamente und Schmuckstücke zu schaffen, werden der Mischung vor dem Brennen farbige Oxide beigegeben. Diese Art von Emaille sieht man auch heute noch häufig bei Hausnummern, Türklingeln und älteren Straßenschildern. Schmuckliebhaber kennen den Stoff als Schmuckemaille. Unterschieden wird in diesem Bereich in opake Emaille, bei dem das Trägermaterial nach dem Brennen nicht mehr zu erkennen ist, und transparente Emaille, die den Metallgrund durchschimmern lässt. Der Glasüberzug lässt sich weiterhin nach Härtegraden unterteilen. Wenn man diese Eigenschaft nutzt und eine härtere über ein weichere Art von Emaille aufträgt, sinkt beim Brennen das harte in das weiche Material ein und es lassen sich interessante Oberflächenstrukturen erkennen.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setzen Sie ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>