Glasfachschule: Traum einer „gläsernen“ Ausbildung

Glasfachschulen

Glasfachschulen verbinden Tradition und Moderne © Dieter Schütz by pixelio.de

Der Werkstoff Glas in allen seinen Facetten begründete unzählige Handwerksberufe. In den zahlreichen deutschen Glasfachschulen wird diese Handwerkskunst in allen Bereichen eindrucksvoll vermittelt. Die drei bekanntesten Talentschmieden für Glaskunst sollen im Folgenden vorgestellt werden. Mit ihrem umfangreichen Programm genießen die deutschen Glasfachschulen einen internationalen Ruf und blicken auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Alle Ausbildungsstätten liegen in der Nähe bekannter Glashütten und Glasveredlungsbetriebe und wurden für die berufsbezogene Nachwuchsförderung gegründet.

Die Glasfachschule Zwiesel

Die staatliche Glasfachschule Zwiesel ist die einzige Fachschule Bayerns für Glasberufe, begann ihren Unterricht bereits 1904 und gehört heute zu den bekanntesten Fachschulen Deutschlands. Nicht nur der erste Schulleiter, der Münchner Kunstmaler und Bildhauer Johann Sebastian Schmid, prägte den guten Ruf der Glasfachschule Zwiesel. Vor allem so illustre Persönlichkeiten wie Anton Pech – Leiter der ersten Klasse für Glasgravur – oder Bruno Mauder – Pionier im deutschen und europäischen Glasdesign – trugen maßgeblich zum internationalen Erfolg bei. Von Anfang an wurde in Zwiesel Wert darauf gelegt, durch den Bau eines glastechnischen Labors und einer rein chemisch-technischen Versuchsabteilung eng mit der Glasindustrie zusammenzuarbeiten. Mit der Investition in Werkstätten für die Produktion von Flachglas erfüllt die Glasfachschule internationale Standards und bildet heute in drei Fachbereichen die komplette Bandbreite der „gläsernen“ Berufe aus.

Die Erwin-Stein-Schule Hadamar

Seit 1949 beherbergt die hessische Kleinstadt Hadamar eine staatliche Glasfachschule. Aus ihrer Heimat vertriebene Sudetendeutsche, die vorher in den Glaszentren Nordböhmens als Glasfachleute tätig waren, hatten sich nach Kriegsende hier niedergelassen und mit dem Aufbau von Betrieben für die Glasveredelung begonnen. Benannt wurde diese Glasfachschule nach dem Kultusminister Erwin Stein. Heute werden in Hadamar sowohl klassische Berufe wie Glaser und Glasveredler ausgebildet als auch künstlerische Bereiche wie Glasmalerei und Glasgravur abgedeckt.

Die Staatliche Glasfachschule Rheinbach

Die Staatliche Glasfachschule Rheinbach blickt auf eine ähnliche Geschichte zurück. Auch hier spielten bei der Gründung 1947 vor allem sudetendeutsche Glasveredler und Glasraffineure eine tragende Rolle. Von Anfang an wurde in Rheinbach auf eine führende Rolle als Spezialschule für Glas und Keramik hingearbeitet. Die Gründerväter wussten: die Glasindustrie ist ein kleiner, aber für alle Industriezweige notwendiger Wirtschaftszweig. Heute wird an der Glasfachschule in Rheinbach insbesondere auf die gestalterische Ausbildung Wert gelegt.

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