Glasmacher fertigen Glasprodukte aller Art

Glasmacher bei der Arbeit

Glasmacher bei der Arbeit © Bolliger Hanspeter - pixelio.de

Mit dem Wort Glasmacher werden Facharbeiter bezeichnet, die in der Glasindustrie tätig sind. Sie fertigen Glasprodukte verschiedenster Form an. Dabei ist es abhängig vom Produkt, ob das Glas mundgeblasen oder maschinell mit Automaten hergestellt wird (wie zum Beispiel Einmachgläser).

Bei der Herstellung entnimmt der Glasmacher dem Hafen- oder Wannenofen mithilfe eines Rohrs oder Stahlstabs – dem sogenannten Glasmachereisen – den Glasklumpen, der hauptsächlich aus geschmolzenem Quarzsand und Soda besteht. Im Anschluss wird das zähflüssige Glas durch Drehen, Blasen und die gezielte Abkühlung weiterverarbeitet.

Glasmacher: Formen aus Holz gehören zum Handwerkszeug

Der Glasmacher verwendet zur Herstellung von Hohlglaskörpern Formen aus Holz. Aufgrund seiner Beschaffenheit wird das Holz des Birnbaums hier bevorzugt verwendet. Bevor die heiße Glasmasse jedoch in die Form geblasen wird, muss die Oberfläche des Holzes vorbehandelt werden. Dafür wird die oberste Schicht vom Glasmacher mit einem Gasbrenner verkohlt und die Form anschließend in Wasser getaucht. Die zuvor entstandene Holzkohleschicht saugt sich nun mit Wasser voll, welches beim Kontakt mit der Glasmasse verdampft. So bekommt das Glas bei der Drehbewegung in der Holzform eine absolut glatte Oberfläche. Für die Glasveredelung hingegen kommen auch Holzformen mit Mustern zum Einsatz, sodass beim Einblasen direkt die gewünschte Oberflächenstruktur entsteht.

Glasmacher-Handwerk: Zusammenarbeit bei der Produktion

Jeder Glasmacher besitzt, ähnlich wie in anderen Handwerken, sein eigenes Werkzeug, das nicht verliehen wird. Traditionell arbeiten die Glasmacher in Gruppen von zwei bis fünf Personen zusammen. Dabei ist jeder einzelne Handwerker für einen Produktionsschritt verantwortlich. Nach jedem Schritt wird das Werkstück an den nächsten Glasmacher weitergegeben. Die Königsdisziplin ist hier das Herstellen von Stiel und Boden der Trinkgläser. Deshalb wird diese Tätigkeit auch den erfahrenen Händen der Glasmacher-Meister überlassen. Die Herstellung von Glaskugeln oder den sogenannten Glaskölbeln ist hingegen ein weniger anspruchsvoller Produktionsschritt und erfordert ein geringes Lungenvolumen. Auch wenn sich Tätigkeitsbereiche von Glasmacher und Glasbläser überschneiden, sind es unterschiedliche Berufsbezeichnungen. So sind Glasbläser in der Regel auf die Produktion von dünnwandigen Hohlglasgefäßen spezialisiert, während Glasmacher eher grobere Stücke herstellen.

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