Historisches Glas II: Musselinglas

Neben dem in diesem Blog bereits erwähnten Waldglas gibt es auch noch andere Arten historisches Glas. Im Original sind solche Schätze kaum noch im Handel erhältlich und wenn dann nur als unbezahlbare Stücke.
Ein weiteres Beispiel dafür ist das Musselinglas, auch Mousselinglas genannt, das im 17. Jahrhundert entstand. Dabei wurden durch Ätzen erstmals Muster auf Glasscheiben aufgebracht, die anschließend im Eingangsbereich von bürgerlichen Häusern, Treppenhäusern und Türen zur Dekoration eingesetzt wurden. Historisches Glas dieser Art lässt Licht in den Eingangsbereich fallen, während es gleichzeitig fast vollständig undurchsichtig ist und vor unerwünschten Blicken schützt.

Historisches Glas heute: Nachbildungen auf Anfrage

Historisches Glas, das aussieht wie das Musselinglas aus dem 17. Jahrhundert, wird heute von diversen Glas veredelnden Betrieben hergestellt, die sich darauf spezialisiert haben. Die Technik des Ätzens ist dabei erhalten geblieben. Fast genauso häufig werden die filigranen Muster jedoch mittels feinster Sandstrahlung auf das Flachglas aufgebracht. Dabei sind nahezu alle Formen möglich. Einige Betriebe sind sogar in der Lage, Muster nachzubilden, wenn sie eine entsprechende Vorlage haben. Wenn also die Glasscheibe in Urgroßmutters Schrank zerbrochen ist, kann ein Teil eingeschickt werden und die Scheibe wird vom Fachmann mit den gewünschten Ornamenten versehen.

Historisches Glas: Einsatz im Alltag

Heute findet man historisches Glas im Alltag höchstens bei Möbelstücken, die aus dem 17. Jahrhundert stammen oder vom Besitzer speziell mit dieser Art Glas ausgestattet wurden. Die Art der Herstellung ist jedoch immer noch beliebt. So werden heute nicht nur Ganzglastüren mithilfe der Ätztechnik mit Schriftzügen versehen, auch Künstler haben die Technik längst für sich entdeckt und nutzen sie für eindrucksvolle Glasskulpturen, um überraschende Effekte zu erzeugen.

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