Glaser in Mülheim knüpfen an alte Traditionen an

Die nordrhein-westfälische Stadt liegt im westlichen Ruhrgebiet zwischen den Industriezentren Duisburg, Essen und der Landeshauptstadt Düsseldorf. Im Jahr 2008 feierte der Ort an der Ruhr sein 200 – jähriges Jubiläum. Bei rund 170 000 Einwohnern ist das Glaserhandwerk in Mülheim ein wichtiger Industriezweig. Vom Experten für Autoglas, über Fachgeschäfte für Verglasung aller Art bis zur Glasgravur findet sich in der ehemaligen Bergarbeiterstadt mittlerweile eine große Auswahl an Glashandwerk.

Glaserhandwerk in Mülheim – Anknüpfen an alte Bergbautraditionen

Das gesamte Ruhrgebiet wurde im 19. und 20. Jahrhundert durch den Bergbau geprägt. Die Förderung von Steinkohle und die Stahlproduktion hinterließen auch in Mülheim sichtbare Spuren. Das Stadtbild wurde außerdem deutlich durch den Zweiten Weltkrieg beeinflusst. Die umfangreichen Demontagearbeiten in den Fabriken durch die Alliierten verhinderten einen raschen Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt. Bis auf wenige Fachwerkhäuser wurde die alte Bausubstanz im Stadtkern während der Bombardements fast vollständig zerstört. Für die neue Bebauung musste vielerorts auf die Verwendung von Holzfenstern verzichtet werden. Stattdessen erhielten aus Kostengründen Kunststofffenster den Vorzug. Verschont von den Zerstörungen blieben die Jugendstilbauten in den östlichen Randgebieten, deren hohe Fenster noch heute einen Blickfang darstellen. In diesem Gebiet befindet sich ebenfalls die für ihren außergewöhnlichen Wintergarten bekannte Villa-Josef-Thyssen.

Architektonisch fallen heute vor allem die spektakulären Neubauten, wie das Ruhrstadion, die RWE-Sporthalle und die Ruhrtalbrücke ins Auge.
Nach dem Ende der Kohle-Ära in den 60er Jahren hat Mülheim den Wechsel zu einem branchenvielfältigen Wirtschaftsstandort mittlerweile vollzogen. Heute erinnern verlassene Industriegelände, übriggebliebene Artefakte und die unter Denkmal stehende Bergarbeitersiedlung Mausegatt an diese Epoche der Stadtgeschichte und nicht nur Glaser finden in diesem Spannungsfeld interessante Tätigkeitsfelder.